"Jetski Star WM"Stefan Raab säuft ab

Ralf Schumacher kugelt sich die Schulter aus. René Casselly verschiebt die Grenzen des Erlaubten. Und Stefan Raab geht baden. Bei der großen "Jetski Star WM" kommt der Freund von actionreicher Unterhaltung voll auf seine Kosten.
Pokern, Boxen, Turmspringen, Eisfußball, Autoball: Was hat Event-Profi Stefan Raab nicht alles schon abendfüllend inszeniert und im ganz großen Stil auf die Primetime-Beine gestellt. Nun legt das TV-Allroundtalent noch eine Schippe drauf und lädt auf der Regattabahn in Duisburg zur großen "Jetski Star WM" ein. Bei so viel Tamtam präsentiert sich die Gästeliste natürlich entsprechend prominent. Neben Moderatorin Laura Wontorra, Kommentator Buschi und den beiden Field- und Boxen-Reportern Jana Wosnitza und Mitja Lafere tummeln sich so illustre Kandidaten wie Fitness-Queen Sophia Thiel, Survival-Experte Joey Kelly, Turnsport-Legende Fabian Hambüchen und Ex-Rennfahrer Ralf Schumacher auf der imposanten Kanu- und Ruder-Wettkampfstrecke. Letztgenannter stellt zusammen mit Stefan Raab das Zweier-Team, auf das natürlich besonders geachtet wird.
Der Erfinder des Ganzen bekommt natürlich auch seinen ganz besonderen Einmarschmoment. Mit Bengalos in den Händen, einem Silikon-Sixpack und geliehener Traumschiff-Garderobe braust Stefan Raab an den 2000 Zuschauern vorbei und lässt sich feiern. Kurz danach geht es auch schon los. Laura Wontorra erklärt noch schnell die Spielregeln und dann stechen Ralf Schumacher und Fabian Hambüchen auch schon mit ihren Jetskis in See. Im direkten Duell geht es vor allem um Mut und Durchhaltevermögen. Ein kurzer Speed-Kurs mit Schanze und einigen mit Bojen abgesteckten Durchfahrten stellt so manchen Fahrer vor große Probleme.
Influencerin Dagi Bee lässt die Sprungschanze lieber links liegen. "Die Verräter"-Siegerin Ann-Kathrin Bendixen verzweifelt an der Anlasstechnik. Und Stefans "Endgegner" Joey Kelly schießt es über die Rampe im hohen Bogen in die Fluten. Am Ende steht "Flic Flac"-Zirkusdirektor und Über-Ehrgeizling René Casselly mit breiter Brust und vollmundigen Ankündigungen ("Die beiden anderen Pokale hole ich mir auch noch") ganz oben auf dem Treppchen.
"Der Fette muss nach vorne!"
Die Stimmung in Duisburg ist prächtig. Man schäkert rum, flachst ein bisschen und stachelt sich gegenseitig zu Höchstleistungen an. In der zweiten Runde geht es um Teamwork. Gemeinsam müssen Schwimmringe von a nach b transportiert werden. Dabei geht es vor allem um das richtige Balancegefühl. Tokio Hotel-Drummer Gustav Schäfer hat noch einen Tipp parat: "Der Fette muss nach vorne!", grinst der Mann, den (noch) keiner so richtig auf dem Zettel hat. Aber das ändert sich schnell. Als Start-Paar legen Gustav und sein Partner Joel Mattli die Messlatte hoch an. Der Druck ist da. Und nicht alle können damit umgehen.
Die beiden Spaßmacher EMMVEE und Stefano Zarrella gehen während ihrer Tour gleich dreimal baden. René und Fabian setzen alles auf die Risiko-Karte - und gehen ebenfalls unter. Auch der Format-Maestro bleibt nicht trocken. Schlimmer noch: Für die dritte Runde des Abends muss sich Stefan Raab mit einem Ersatzkandidaten zusammentun, da sich Ralf Schumacher während des Untergangs der Team-Sky-Sport-"Titanic" die Schulter auskugelt. Was für ein Drama. Aber zum Glück ist Matthias Weidenhöfer zur Stelle. Der Schauspieler springt für den verletzten Ralf ein. Bevor aber der finale Durchlauf gestartet wird, dürfen sich erst einmal die Sieger des zweiten Rennens gebührend feiern lassen. Gustav und Joel: Herzlichen Glückwunsch!
Knossi und Joey Kelly jubeln
Nun wartet die Königsdisziplin auf die mittlerweile klitschnassen und bibbernden Rennpiloten. Im herausfordernden Staffelrennen geht es noch einmal ans Eingemachte. Laura verteilt ein letztes Mal Handküsse in Richtung Publikum ("Die Duisburger kriegen heute eine Eins mit Sternchen von mir"). Sekunden später drücken die Teams aufs Gaspedal. Einer ist aber mal wieder etwas übermotiviert. Klettermaxe René sieht nach einem leichten Fahrfehler seine Felle davonschwimmen und entscheidet sich für ein waghalsiges Übergabemanöver, bei dem er beinahe einen Helfer unter seinem Jetski begräbt. Muss nicht sein. So viel überdrehter Ehrgeiz führt natürlich nicht zum Erfolg.
Und so sind es am Ende die Herren Knossi und Kelly, die völlig berauscht und jubelnd die Fäuste in den Duisburger Nachthimmel recken. Stefan Raab und sein Ersatzpartner Matthias Weidenhöfer konnten nicht wirklich mit den Spitzenteams mithalten. So wandert kein einziger der drei Pokale in die Vitrine des sichtlich enttäuschten Entertainers. "Der Stefan wird ja auch nicht jünger", grinst Fabian Hambüchen keck. Da ist natürlich was dran.